|
WER WAR FELIX VARELA {1787-1853)
Um die Bedeutung Felix Varela's zu verstehen, müssen wir uns in die Geschichte Anfang des 19. Jahrhunderte hineinversetzen: Das blühende Kuba, in dem hauptsächlich Tabak und Zucker angebaut; werden, voller schwarzer Sklaven, die aus Afrika verschleppt worden waren. Eine spanische Kolonie unter der Herrschaft der Zuckerbarone; die eng mit den Kolonialherren zusammenarbeiteten. Die spanische Kolonie befand sich in einer Zeit des Wandels vor der Unabhängigkeit. Felix Varela stammt aus einer spanischen Familie mit militärischem Hintergrund. Mit dem Argument: "Ich ziehe es vor Seelen zu retten, statt Menschen zu töten," wendet er sich bereits mit 14 Jahren konsequent gegen den Wunsch seiner Eltern, die militärische Laufbahn einzuschlagen und beschließt, Priester zu werden Felix Varela gilt als der erste kubanische Revolutionär; er war Lehrer, Priester, Politiker und Schriftsteller und ging in die kubanischen Geschichtsbücher ein als "der erste, der uns lehrte, mit eigenem Kopf zu denken.". Jose Marti erklärte: “Von Varela ging die Revolution aus." Er betrachtet ihn als Philosophen der Unabhängigkeit und das beweist uns Varela, wenn er schreibt: "Ob Fernando (Vll) will oder nicht, was auch immer seine Diener auf der Insel Cuba entscheiden mögen, "die Revolution in diesem Land ist unvermeidbar. Die Insel Kuba wird dem Gesetz der Notwendigkeit folgen." Ein konsequenter Mensch mit reinen Gedanken; mit großen ethischen und christlichen Prinzipien und einer Begeisterung, die steh von Kuba auf Amerika, wird über Amerika auf die gesamte Welt erstreckt. Als Lehrer für Philosophie am Seminar San Carlos in Havana definiert er mit damals 32 Jahren seinen Lehrstuhl als: "Lehrstuhl der Gerechtigkeit und der Freiheit." Konsequent in seinen Prinzipien fordert er einen Skandal innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft heraus, als er eine Studienreform durchsetzt und die experimentelle Physik |sowie Chemie und Mathematik »n den Lehrplan aufnimmt. Gleichzeitig verteidigt er die Leichensezierung als Lehrmethode. Er ist der erste, der sich mit der scholastischen Philosophie auseinandersetzt und das Latein in der Oberstufe abschafft. Ohne Zweifel ist er ein großer Denker, der zu seiner Zeit Ideen gesät hat, die bis heute nicht an Aktualität verloren haben. Als Abgeordneter des Spanischen Gerichtshofes, der ihn später durch Fernando VII zum Tode verurteilte und zur Flucht nach Spanien zwang, fällt er immer wieder durch brillante Äußerungen auf, aber vor allem, weil er keine Sekunden von seinen Prinzipien abweicht und von dem Parlament die sofortige und vollständige Abschaffung der Sklaverei fordert "Hören wir auf,: uns selbst zu täuschen. Verfassung, Freiheit und Gleichheit sind Synonyme, denen jegliche Form von Sklaverei und Ungleichheit von Rechten zuwider sind." Er ruft alle Schwarzen und Weißen auf, ein freies Volk zu werden, gemeinsam und für das Wohl aller zu kämpfen,! Er ergreift ganz klar Partei gegen die Annektierung und sagt: Ich bin gegen den Anschluß der Insel an irgendeine fremde Regierung und möchte Kuba gerne politisch genauso als Insel sehen, wie sie es geographisch ist." So verließ er Spanien als Befreier von Amerika. Die von Felix Varela in den Vereinigten Staaten gegründete Zeitschrift " El Habanero" wird für seine emanzipatorischen Gedanken bekannt und man bezeichnet es als "erstes revolutionäres Manifest journalistischen Charakters." Somit setzt Felix Varela seinen unermüdlichen Kampf von seinem Exil in den USA aus fort. Zusammenfassend kann man sagen: er war mit Sicherheit nur einer von vielen Wegbereitern, aber er war mit Sicherheit der konsequenteste und unnachgiebigste Wegbereiter der kubanischen Revolution" Das Jahr 1853, in dem Felix Varela in San Agustin, USA, stirbt, ist das Jahr in dem Jose Marti geboren wird und so kann man auch auf eine symbolische Weise den kubanischen Priester als ideologischen und revolutionären Vater Jose Martis betrachten. Aber mehr noch: mit ihm beginnt einer revolutionärer Prozeß mit großartigen ethischen Inhalten, ein Fundament, daß man im Prozeß der kubanischen Revolution nicht vergessen sollte, wenn man die kubanische Geschichte als einen eigenständigen, kubanischen Prozeß mit seinen eigenen Wurzeln begreifen will.
zurück |